Meinungsaustausch zwischen Steuerberatern und Finanzverwaltung

Auf Einladung der Steuerberaterkammer Nürnberg, des Landesverbandes der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe in Bayern e. V. (LSWB) und des Finanzamtes Coburg haben sich am 22.11.2016 mehr als 50 Steuerberater und 20 Vertreter der Finanzverwaltung zu einem Meinungsaustausch im Finanzamt Coburg getroffen.

Die Initiatoren dieser informativen Veranstaltung waren die Amtsleiter der Finanzämter Coburg, Herr Jürgen Engelhardt, Kronach, Herr Günter Wolkersdorfer und Lichtenfels, Herr Hartmut Müller, und auf der Steuerberaterseite die Vorstandsmitglieder der Steuerberaterkammer Nürnberg und Thomas Linse und Sabine Kastner (auch Vorstand des LSWB).

Auf der Agenda standen Vorträge und Diskussionen über aktuelle steuerliche und organisatorische Veränderungen.

Nach der Vorstellung des neuen Amtsleiters des Finanzamtes Lichtenfels, Herrn RD Hartmut Müller folgten die Ausführungen zu der Fristenregelung.

„Lt. Erlass sind die Abgabefristen für die  Steuererklärungen für das KJ 2015 für steuerberatene Fälle bis zum 31.12.2016/31.05.2017 (LuF), eine Fristverlängerung über diesen Tag hinaus ist nur durch begründetem Einzelantrag möglich. Die Finanzämter Coburg, Kronach und Lichtenfels gewähren eine Stillhaltephase bis zum 28.02.2017/31.07.2017 (LuF). Fristverlängerungsanträge oder Sammellisten sind dafür nicht erforderlich, allerding wird um einen regelmäßigen Eingang der Erklärungen gebeten. Fristenregelung. „

Als weiterer Top  war die Information zur Umsetzung des Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens.

Frau Bayer stelle die neue ZEB (Zentralen Eingangsbearbeitungsstelle)  in Coburg vor. Diese ZEB wurde am 01.07.2016 aktuell nur für den Arbeitnehmerbereich eingeführt.

Was ist die ZEB?

Die ZEB ist dem Arbeitnehmerbereich vorgeschaltete Stelle. Erst nach Bearbeitung leitet die ZEB die Steuererklärungen an die Bearbeiter in den Arbeitnehmerstellen weiter. Dadurch soll eine schnellere Bearbeitung gewährleistet werden. Dieses Bearbeitungsverfahrens soll auf weitere Steuerarten ausgeweitet werden.

Positiv nahmen die Steuerberaterkollegen/innen den Vorschlag des Amtsleiters LRD Herrn Engelhardt, für 2016 eine besondere Erinnerung zur Abgabe der Steuererklärungen ab 2016 im August 2017 an die Steuerpflichtigen zu versenden, auf.

Weitere Themen wie:

  •  Gewährleistung einer effizienten Bearbeitung der eingereichten Steuererklärung (Belegvorhalt, detaillierte Angaben in StE)
  • Sinnvolle einzureichende Belege (ESt, EÜR, E-Bilanz, Kontennachweise)
  • 10-Tages-Regelung §11 EStG, Zahlung und Fälligkeit der  USt-Voranmeldung
  •  Mitwirkungspflicht bei Auslandssachverhalten
  • Abgrenzung der Anzeigepflicht/Berichtigungspflicht nach §153 AO zu einer Selbstanzeige nach den §§ 371/378 AO (z. B. korrigierte USt-VA)
  • Geplante Einführung einer wirtschaftlichen Identifikationsnummer
  • Neue Steuernummernvergabe
  • Bargeldintensive Betriebe/Kleinbetriebe
  • Erreichbarkeit des Sachbearbeiters, telefonische Rücksprache, Abrufmöglichkeit der VASt bei Tod des Stpfl. und v.m.  

wurden erörtert.

Vereinzelt fand eine lebhafte Diskussion zu den Themen statt. Trotz  der unterschiedlichen Interessenlagen wurde das Ziel, praktikable Lösungen zu finden, erreicht. Aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus wird diese Tagung auch wieder im Herbst  2017 stattfinden.

                                                                                             

  • (v.l.) Rainer Friedrich, Sabine Kastner, Thomas Linse, Monika Zschiesche, Jürgen Engelhardt, Birgit Bayer, Hartmut Müller, Uwe Bauer, Günter Wolkersdorfer, Matthias Weltz, Angela Feyler